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[ aktualisiert: 29.06.2010 ] Stein auf Stein - Solides Holzspielzeug in der Tradition alter Spielzeugmacher

05.11.2004

Stein auf Stein - Das gibt es tatsächlich noch: Solides Holzspielzeug in der Tradition alter Spielzeugmacher

Prüfend fährt Ingolf Merten mit dem Finger jede Kante des Holzquaders entlang, säubert mit dem Messer alle Ecken. Der Spielzeugmacher duldet keine Fehler. Eine kleine Abweichung in Form oder Farbe und der Baustein landet gnadenlos im Abfall. Auch die übrigen 20 Mitarbeiter der SINA Spielzeug GmbH in Neuhausen, einem kleinen Dorf mitten im Erzgebirge, arbeiten mit dieser selten gewordenen Liebe zum Produkt. In den Werkstätten des 1991 gegründeten Unternehmens sägen, schleifen und lackieren sie die Holzteile für Spielzeug, das auch in Urgroßvaters Kinderzimmer hätte stehen können: Der Bauernhof mit seinen gesteckten Gattern und silhouettenartig ausgefrästen Figuren weckt nostalgische Erinnerungen.

Eng verbunden mit der Tradition des Erzgebirges

Die formschönen Säulen, Rundbögen und Blöcke aus dem Baukasten lassen sich zu einem Tempel, einer Villa oder Garage zusammenlegen. Und statt Modellautos oder ICE-Nachbauten warten unzerstörbare bunte Flitzer und eine Dampflok aus Hartholz auf ihren Einsatz. "Wir sind eng verbunden mit der Spielzeugtradition des Erzgebirges", begründet Babara Seidler, Geschäftsführerin und Miteigentümerin von SINA diese Anklänge an vergangene Zeiten. Ortsfremde führt sie gerne durch ein verfallendes Backsteingebäude, das sich in die malerische Hügellandschaft schmiegt. Es ist die 1850 gegründete Spiel- und Holzwarenfabrik S.F. Fischer, älteste Spielwarenfabrik Deutschlands und einst Arbeitsstätte ihres Mannes Werner Seidler. Er leitete den zuletzt volkseigenen Betrieb bis zur Schließung im Jahr 1990. S. F. Fischer produzierte Baukästen für Kinder in aller Welt. Hieran wollte das Paar nach der Wende mit einem eigenen Unternehmen anknüpfen. Da war es wie eine glückliche Fügung, dass sich im Westen jemand an das alte Werk erinnerte. Kurt Schiffler, Gründer des Spielzeugherstellers und Kindergartenausstatters Dusyma im schwäbischen Schorndorf, hatte bis zum Zweiten Weltkrieg enge Kontakte zu den Kollegen im Osten. Kaum war die Mauer gefallen, machte sich Tochter Lulu Schiffler-Betz, heute Geschäftsführerin von Dusyma, auf die Suche nach den ehemaligen Partnern und traf auf die Seidlers. Nur mit sehr viel persönlichem Einsatz überstand die gemeinsam gegründete SINA alle Widrigkeiten der wilden Wendezeit. Doch Barbara Seidler schaut lieber nach vorne. Der erste Silberstreif am Horizont waren die Aufträge des Schorndorfer Partners, für den SINA zu Beginn ausschließlich produzierte. 1993 begann SINA mit eigenen Kreationen, zuerst im klassischen Stil, zunehmend auch mit modernen Spielideen namhafter Designer, wie die knochenartigen "Bones" oder die kantigen "Multipos", deren unkonventionelle Konturen überraschende Spielmöglichkeiten eröffnen. Das Zusammenspiel von Form und Farben fasziniert bei den Legespielen "einSTEIN" oder "schneckSTEIN". Bei "Bibros" entstehen durch verschiedene Holztöne gar dreidimensionale Wirkungen, während die magnetischen Holzkugeln "Tsukimi" zu molekülartigen, beinahe schwerelosen Gebilden arrangiert werden. Kein Wunder, dass SINA-Kreationen regelmäßig die "spiel gut"-Auszeichnungen des Arbeitsausschusses Kinderspiel und Spielzeug erhalten. Denn schönes Design ist für Frau Seidler kein Selbstzweck. Wie die alten Legespiele basieren die Nachfolger auf den Ideen des Thüringer Pädagogen Friedrich Wilhelm August Fröbel. Kinder sollen die Welt spielend entdecken, hatte dieser "Vater der Kindergärten" Anfang des 19. Jahrhunderts gefordert. Und genau so wollen die vielfältigen Formen der SINA-Bausteine die Fantasie anregen und zeigen, wie sich aus einzelnen Teilen etwas Ganzes gestalten lässt.

Kreativität und Langlebigkeit statt schnelle Effekte

"Natürlich können wir nicht für den Massenmarkt produzieren", sagt Barbara Seidler. Ihr Spielzeug sei für Menschen gemacht, die langlebige Produkte wünschen und dafür auch etwas mehr Geld ausgeben. Und noch etwas müssen ihre Kunden investieren: Zeit. Denn anders als bei Spielzeug, das per Knopfdruck quietscht und leuchtet, brauchen Kinder Anregungen, was sie mit ihren Holzbausteinen alles anfangen können. Ausgerechnet in Japan, der Heimat der Pokemons, Tamagotchis und Mangas, kommt das Spielzeug für kreative Kinder besonders gut an. Denn dort erleben Spielfiguren, Bauklötze und Baby-Klapper aus Holz sowohl in den Kindergärten wie auch zu Hause eine Renaissance. "In den Hightech-Ländern Asiens greifen die Eltern wieder zu pädagogisch wertvollem Spielzeug, um ein Gegengewicht zu Stress und Hektik zu setzen", erklärt Barbara Seidler. Sie freut sich über ein prominentes Beispiel: In einer Fernsehsendung aus dem japanischen Kaiserpalast sah sie, wie Kronprinzessin Masako mit ihrem Töchterchen Aiko Holzbausteine aus dem fernen Erzgebirge aufschichtete.

Spielzeugland Erzgebirge

Existenznot machte das Erzgebirge zum führenden Standort der Spielzeugmacherei: Als im frühen 18. Jahrhundert seine Erzvorkommen erschöpft waren, suchten die Bergarbeiter eine neue Erwerbsquelle. Zu jener Zeit stieg in Nürnberg, dem damaligen Handelszentrum für Spielwaren, die Nachfrage nach günstigem Spielzeug, da Pädagogen-Altväter wie Pestalozzi oder Fröbel ihr Credo "Lernen mit Spielen" auch in ärmeren Schichten durchsetzten. Die Spielzeugmacher im Erzgebirge waren nicht nur billige Arbeitskräfte, sondern geübt im Drechseln und Schnitzen von Haushaltswaren. Durch das "Reifendrehen", bei dem an der Drehbank das Profil der Spielfigur aus einem Holzreifen herausgeholt wird, hatten sie eine raffinierte Technik für die preiswerte Massenproduktion erfunden. Viele der Traditionsbetriebe gingen in der DDR in volkseigene Betriebe auf und konnten bis 1989 auf den Ostmärkten überleben. Nach der Wende wurden sie allerdings schnell von Lego und Co. verdrängt. Beliebt blieb immer die Volkskunst des Erzgebirges, die anfangs nicht für den Export gedacht war. Erst als sich nach 1900 Räuchermännchen und Pyramiden in Deutschland als Weihnachtsschmuck durchsetzten, fanden die Werkstätten einen Ersatz für die nachlassende Nachfrage nach Holzspielzeug.

Markus Schmid (Chefredakteur für Jugendzeitschriften bei Family Media in Freiburg)

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